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FX.co ★ Der Markt verbirgt seinen Eifer

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Analysen:::2026-09-14T08:43:32

Der Markt verbirgt seinen Eifer

Der Ölpreis liegt über 100 US?Dollar pro Barrel, die Renditen von US?Staatsanleihen befinden sich auf Mehrjahreshöchstständen und die Inflation hat auf 3,4 % angezogen. Nach dem klassischen Szenario hätte der Aktienmarkt einbrechen müssen. Stattdessen hat der S&P 500 seine viertägige Verlustserie unterbrochen.

Aktienmarktdynamik

Der Markt verbirgt seinen Eifer

Brents Rückgang hat die stärker als erwarteten Inflationsdaten für August mehr als ausgeglichen. Manchmal will Wall Street vor allem Klarheit – selbst wenn diese Klarheit den Schmerz höherer Zinsen mit sich bringt. Der Inflationsbericht fiel heiß aus, aber nicht katastrophal, und nach wochenlanger Spekulation erhielt der Markt endlich ein gewisses Maß an Gewissheit im Vorfeld der FOMC-Sitzung. Die CME-Futures preisen nun eine 87%ige Wahrscheinlichkeit für eine Straffung durch die Fed im September ein.

Dennoch war die Woche für Aktien schwierig. Der S&P 500 verlor von Montag bis Donnerstag 1,8%. Die begehrte Marke von 8.000 Punkten – die am Tageshoch vom 13. August fast in Reichweite schien – rückte erneut in die Ferne. Der Aufwärtstrend wurde durch stark steigende Treasury-Renditen, hartnäckige Inflation, restriktive Zinserwartungen und eine schwache Verbraucherstimmung gebremst.

Wie schnell der S&P 500 auf runde psychologische Marken zugelaufen ist

Der Markt verbirgt seinen Eifer

Höhere Renditen von US-Staatsanleihen belasten Aktien nicht nur direkt – indem sie die Finanzierungskosten erhöhen und die Konjunktur bremsen – sondern auch indirekt, weil sichere Anleihen im Vergleich zu riskanteren Aktien relativ attraktiver werden. RBC Capital Markets rechnet nun bis Jahresende mit drei Zinserhöhungen der Fed. Das Unternehmen warnt, dass höhere Zinsen selbst ein starkes Gewinnwachstum überlasten könnten. CFRA hat sein S&P-500-Ziel nach soliden Quartalsergebnissen von 7.400 auf 8.050 angehoben und räumt offen ein: „Wir befinden uns in einer Phase der Unsicherheit, und niemand weiß, welcher Katalysator die Kurse nach oben treiben wird – Desinflation, Durchbrüche bei KI oder eine Entspannung bei Rendite- und Ölrisiken.“

Diese sichtbare Gelassenheit angesichts steigender makroökonomischer Risiken erinnert an die alte Enten-Metapher: Der Markt wirkt an der Oberfläche ruhig, paddelt aber unter Wasser wie verrückt. Einige Wall-Street-Veteranen ziehen sogar Parallelen zu den späten 1990er-Jahren, als Tech-Aktien zunächst einen Zyklus von Zinserhöhungen und einen Renditesprung überstanden, bevor sie Jahre später in einen brutalen Ausverkauf mündeten.

Der Markt verbirgt seinen Eifer

Eine alte Wall-Street-Regel besagt, dass Bullenmärkte enden, wenn die Wirtschaft zusammenbricht oder die Fed die Geldpolitik so stark strafft, dass etwas zerbricht. Beides ist bisher nicht eingetreten. Aber das Risiko höherer Zinsen steht eindeutig wieder im Mittelpunkt.

Technisch betrachtet kehrt der S&P 500 im Tageschart in einen fairen Wertbereich nahe 7.675 zurück. Ein klarer Ausbruch über dieses Niveau, gefolgt von einer nachhaltigen Bewegung über die gleitenden Durchschnitte und in die obere Begrenzung des Keils hinein, wäre ein Kaufsignal. Umgekehrt würde ein gescheiterter Test eine Strategie des „Verkaufens bei Erholungen“ rechtfertigen.

Analyst InstaForex
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