
Am Dienstag setzte sich die Erholung des USD/JPY fort, und das Paar handelte über der runden Marke von 155,00, mit einem Tagesanstieg von etwa 0,43 %. Das Währungspaar macht die Verluste nach und nach wieder wett, nachdem es in der vergangenen Woche unter 153,00 gefallen war, was vor allem auf die breite Stärke des US-Dollars zurückzuführen ist.

Anleger bereiten sich auf die geldpolitischen Entscheidungen der Federal Reserve und der Bank of Japan am Mittwoch bzw. Freitag vor. Die Erwartungen einer Straffung auf beiden Seiten des Pazifiks lenken den Fokus auf Zinsdifferenzen und können die Volatilität im USD/JPY erhöhen.
In den USA haben sich die Erwartungen weiterer Fed-Zinsschritte nach zuletzt starken Konjunkturdaten verstärkt. Laut CME FedWatch preisen die Märkte für Mittwoch mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 92 % eine Zinserhöhung ein. Ein solider Arbeitsmarktbericht für August und die jüngsten Inflationsdaten haben das Vertrauen gestärkt, dass die Fed ihren Straffungskurs fortsetzen wird.
Auch die Daten zur Beschäftigung im Privatsektor stützen diese zuversichtliche Einschätzung. ADP NER Pulse zeigt, dass private Arbeitgeber in den vier Wochen bis zum 29. August im Schnitt 16,25 Tsd. Stellen pro Woche geschaffen haben, nach zuvor revidierten 12,25 Tsd. Die Beschleunigung deutet auf anhaltige Dynamik am Arbeitsmarkt hin und unterstützt den US‑Dollar.
In Japan wird erwartet, dass die Bank of Japan am Freitag die Zinsen um 25 Basispunkte anhebt und möglicherweise eine aktivere Normalisierung der Geldpolitik signalisiert. Der Yen steht jedoch durch die weltweit steigenden Ölpreise unter Druck, da diese die Importkosten für die stark energieabhängige Volkswirtschaft erhöhen. Dieser Faktor begrenzt das Potenzial des Yen, in vollem Umfang von den Erwartungen an eine straffere BOJ-Politik zu profitieren.

Nichtsdestotrotz könnten mehrere Faktoren den Yen weiterhin fundamental stützen: Erwartungen einer aggressiveren Straffung durch die BOJ, ein globales Auflösen von Carry Trades und Anzeichen dafür, dass japanische Investoren Auslandsvermögen repatriieren. Diese Dynamik könnte trotz der beiden Notenbankereignisse weiteren Aufwärtsspielraum in USD/JPY begrenzen.
Aus technischer Sicht hat das Währungspaar die runde Marke von 155,00 und die 9‑Tage‑EMA nach oben durchbrochen. Nach einem Schlusskurs oberhalb dieses Niveaus sehen sich die Bullen nun einem Widerstand in der Nähe der runden Marke von 156,00 gegenüber. Da die Oszillatoren jedoch negativ sind, könnte den Bullen der nötige Schwung fehlen. Die nächste Unterstützung liegt bei 154,30, wobei die wichtigste Unterstützung im Tief vom September zu finden ist. Die nachstehende Tabelle zeigt die prozentualen Veränderungen des japanischen Yen gegenüber wichtigen Währungen am Dienstag; der Yen legte am stärksten gegenüber dem New Zealand Dollar zu.
