
Welche Aufmerksamkeit wird der Europäischen Union und der Euro-Währung nach der Rede von Jerome Powell am Freitag gewidmet? Auch wenn Powells Rhetorik recht vorhersehbar war, hatte sie eine durchschlagende Wirkung auf den Markt. Seit Anfang 2025, als die Märkte zu spekulieren begannen, wann die Federal Reserve zu geldpolitischen Lockerungen übergehen würde, warteten sie auf klare Hinweise von Powell. Und Ende August 2025 haben sie diese endlich erhalten.
Auf dieser Grundlage wird sich die nächste Woche wieder dem Dollar widmen, so wie praktisch jede andere Woche in diesem Jahr. Der Dollar bleibt derzeit der einzig wirkliche Treiber des Marktes. Und den Marktteilnehmern mangelt es nicht an Gründen, mit dem Dollar zu handeln. Donald Trumps Handelskrieg oder protektionistische Politik müssen nicht erneut erwähnt werden—diese Themen dominieren seit Monaten die Schlagzeilen.
Die Tatsache, dass der Vorsitzende des FOMC nun die Wiederaufnahme des geldpolitischen Lockerungszyklus zulässt, kann unterschiedlich interpretiert werden. Powell erkannte lediglich die Möglichkeit einer Zinssenkung im September an, betonte jedoch, dass die Inflation im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Zentralbank steht. Dadurch säte er neue Zweifel auf dem Markt, obwohl dieser sehr direkt auf seine Rede reagierte. Beispielsweise fiel die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im September laut dem CME FedWatch Tool tatsächlich anstatt zu steigen und liegt nun bei 75%. Ich wäre nicht überrascht, wenn die Wahrscheinlichkeit einer neuen Runde der Lockerung am 17. September in den kommenden Wochen weiter sinkt.
Und was ist mit dem Euro und der Europäischen Union? Am Sonntagabend ist eine Rede der Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, geplant. Am Montag wird der deutsche Geschäftsklimaindex veröffentlicht. Am Mittwoch folgen die Daten zum Konsumklima in Deutschland. Und am Freitag werden Einzelhandelsumsätze, Arbeitslosenquote und Inflationszahlen aus Deutschland veröffentlicht. Mit anderen Worten, alle Nachrichten der nächsten Woche beziehen sich nur auf Deutschland—ein einziges Land innerhalb der europäischen Allianz. Kurz gesagt, ich glaube nicht, dass diese Wirtschaftsdaten die Marktstimmung wesentlich beeinflussen werden.
Wellenmuster für EUR/USD:
Basierend auf der Analyse von EUR/USD schließe ich, dass das Instrument weiterhin einen Aufwärtstrendabschnitt aufbaut. Die Wellenstruktur bleibt vollständig von dem Nachrichtenhintergrund abhängig, der mit Trumps Entscheidungen und der US-Außenpolitik verbunden ist. Ziele für den Trendabschnitt können sich bis zum Bereich von 1,25 erstrecken. Dementsprechend betrachte ich weiterhin Long-Positionen mit Zielen um die Marke 1,1875, die dem 161,8%-Fibonacci-Level entspricht, und höher. Ich nehme an, dass Welle 4 abgeschlossen ist. Daher ist es weiterhin ein guter Zeitpunkt zu kaufen.
Wellenmuster für GBP/USD:
Die Wellenstruktur für GBP/USD bleibt unverändert. Wir haben es mit einem Aufwärtstrendsegment zu tun. Unter Trump könnten die Märkte noch viele Schocks und Wendungen erleben, die das Wellenbild erheblich beeinflussen könnten, aber derzeit bleibt das Arbeitsszenario intakt. Die Ziele für das Aufwärtstrendsegment liegen nun bei etwa 1,4017. Momentan gehe ich davon aus, dass die Abwärtswelle 4 abgeschlossen ist. Welle 2 von 5 könnte ebenfalls kurz vor dem Abschluss stehen. Daher empfehle ich, mit einem Ziel von 1,4017 zu kaufen.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer handelbar und erfordern oft Anpassungen.
- Wenn keine Sicherheit über die Marktverhältnisse besteht, ist es besser, sich zurückzuhalten.
- Absolute Sicherheit in der Marktrichtung gibt es nicht und wird es nie geben. Denken Sie immer daran, schützende Stop-Loss-Aufträge zu platzieren.
- Die Wellenanalyse kann mit anderen Arten der Analyse und Handelsstrategien kombiniert werden.