Gestern ist der Goldpreis nach der Veröffentlichung überzeugender Daten vom US-Arbeitsmarkt gefallen, wodurch sich die Erwartungen an eine baldige Zinssenkung der Federal Reserve verringerten. Am Donnerstag gab Gold um 0,8 % nach, nachdem es in der vorherigen Sitzung um 1,2 % gestiegen war.

Berichten zufolge ist die Zahl der Arbeitsplätze in den USA so stark gestiegen wie seit über einem Jahr nicht mehr, und die Arbeitslosenquote ist im Januar unerwartet gesunken. Das deutet auf Stabilität am amerikanischen Arbeitsmarkt zu Beginn des Jahres 2026 hin. Die robusten US-Beschäftigungszahlen, die die Prognosen der Ökonomen übertrafen, wurden zu einem Schlüsselfaktor für die Stimmung der Investoren. Ein kräftiger Arbeitsmarkt signalisiert in der Regel wirtschaftliche Widerstandskraft, was die Zentralbank dazu veranlassen könnte, ihre derzeitige Geldpolitik beizubehalten und die Zinsen für längere Zeit auf einem höheren Niveau zu halten. Dies macht in der Regel nicht verzinsliche Anlagen wie Gold weniger attraktiv als ertragreichere Instrumente wie Anleihen oder Einlagen.
Geringere Erwartungen an Zinssenkungen durch die Fed gehen üblicherweise mit einer Aufwertung des US-Dollar einher. Ein starker Dollar wiederum verteuert Gold, das in US-Währung notiert ist, für Käufer, die in anderen Währungen bezahlen. Dies kann die Nachfrage dämpfen und folglich zu fallenden Preisen führen.
Gold liegt trotz des Rückgangs weiterhin über 5000 US-Dollar je Feinunze. Zur Erinnerung: Ende Januar war das Edelmetall auf ein Rekordhoch von über 5595 US-Dollar gestiegen, bevor eine Welle spekulativer Käufe zu einer Überhitzung der Rally führte. Anschließend brach der Goldpreis innerhalb von zwei Handelssitzungen um rund 13 % ein.
Zahlreiche Banken rechnen mit einer Wiederaufnahme des Aufwärtstrends bei Gold, da die Gründe für den vorherigen Anstieg unverändert geblieben sind – geopolitische Turbulenzen, Angriffe auf die Unabhängigkeit der Fed sowie Kapitalabflüsse aus traditionellen Anlagen wie Währungen und Staatsanleihen. BNP Paribas SA prognostiziert, dass der Goldpreis bis zum Jahresende 6000 US-Dollar je Feinunze erreichen wird, während Deutsche Bank AG und Goldman Sachs Group Inc. ebenfalls mit einem positiven Verlauf rechnen.

In Bezug auf die aktuelle charttechnische Situation bei Gold müssen die Käufer zunächst den nächstgelegenen Widerstand bei 5.137 US-Dollar zurückerobern. Dadurch würde sich das Ziel bei 5.223 US-Dollar eröffnen, wobei ein Ausbruch darüber hinaus recht anspruchsvoll werden dürfte. Das äußerste Kursziel liegt im Bereich von etwa 5.317 US-Dollar. Kommt es dagegen zu einem Rückgang beim Goldpreis, werden die Bären versuchen, die Kontrolle über das Niveau von 5.051 US-Dollar zu gewinnen. Gelingt ihnen dies, würde ein Ausbruch aus dieser Spanne die Long-Positionen deutlich unter Druck setzen und Gold in Richtung 4.975 US-Dollar mit der Perspektive auf 4.893 US-Dollar drücken.