Das Währungspaar GBP/USD setzt seine Korrektur innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends fort. Das einzige derzeit aktive Muster, das für Trader von Nutzen sein könnte, bleibt die bärische Imbalance 16. Dieses Muster hätte während der gestrigen Aufwärtsbewegung ausgelöst werden können, doch das Pfund verfehlte das Signal um lediglich 6–7 Punkte. Infolgedessen wurde kein Verkaufssignal generiert, und Trader hatten keinen Anlass, Short-Positionen zu eröffnen. Zudem sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Aufwärtstrend weiterhin intakt ist. Das Paar könnte sogar bis in den Bereich von 1,3100 fallen, ohne dass der bullische Trend seine Gültigkeit verliert. Unter diesen Umständen stelle ich generell die Zweckmäßigkeit von Verkäufen infrage.

Es gab heute nur sehr wenige Nachrichten. Ich habe bereits das Scheitern der Verhandlungen in Genf erwähnt. Dies war vermutlich der Hauptgrund für die erneute Stärkung des US-Dollars – allerdings nur gegenüber dem Pfund. Der Euro hingegen bewegt sich, zur Erinnerung, seit einer Woche seitwärts und hält damit nicht nur den übergeordneten Aufwärtstrend, sondern auch den aktuellen bullischen Impuls aufrecht. Entsprechend ist es vor allem das Pfund, das unter den Entwicklungen im Osten leidet. Und zwar nicht einmal unter den Ereignissen selbst, sondern unter den Gerüchten und Erwartungen im Zusammenhang mit einem möglichen Krieg zwischen den USA und Iran. Über Nacht tauschten Afghanistan und Pakistan Angriffe aus und signalisierten damit den Beginn oder die Wiederaufnahme eines weiteren militärischen Konflikts. Es gab zudem Meldungen, Afghanistan habe eine pakistanische Atomanlage angegriffen. Hunderte wurden getötet oder verletzt. Meiner Ansicht nach kann sich der Dollar derzeit nur auf die weltweite geopolitische Instabilität stützen.
Der Aufwärtstrend beim Pfund bleibt intakt. Solange dieser anhält (oberhalb der Marke von 1,3012), würde ich mich daher stärker auf bullische Signale konzentrieren. Der Rückgang des Pfunds kann zwar erheblich ausfallen, könnte aber auch jederzeit enden. In jedem Fall hat die derzeit einzige aktive Imbalance 16 noch kein Signal geliefert. Es gibt aktuell keine Grundlage für neue Trades.
Am Freitag gab es keine Nachrichten aus dem Vereinigten Königreich, während in den USA der Producer Price Index veröffentlicht wurde, der zum zweiten Mal in Folge die Prognosen übertraf. Das deutet darauf hin, dass die Produzenten ihre Preise schneller anheben, was sich künftig negativ auf die Inflation auswirken könnte. Die Inflation in den USA ist bis auf 2,4 % zurückgegangen, doch viele Trader und das Federal Open Market Committee befürchten, dass diese Verlangsamung nur vorübergehend ist und die Inflation 2026 wieder anziehen könnte. In diesem Fall würde eine weitere geldpolitische Lockerung durch die Fed aufgeschoben, was dem Dollar zusätzliche Unterstützung verschaffen würde.
In den USA ist das Gesamtbild der Nachrichtenlage weiterhin so, dass auf lange Sicht kaum etwas anderes als eine Schwächephase des Dollars zu erwarten ist. Die Lage in den USA bleibt angespannt. Die Daten vom US-Arbeitsmarkt enttäuschen häufiger, als dass sie positiv überraschen. Drei der letzten vier Sitzungen des Federal Open Market Committee endeten mit „taubenhaften“ Entscheidungen. Militäroperationen und Drohungen von Donald Trump gegenüber Dänemark, Mexiko, Kuba, Kolumbien, Iran, EU-Ländern, Kanada und Südkorea, die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Jerome Powell, ein weiterer Government Shutdown sowie der Skandal um die US-Eliten im Epstein-Fall tragen alle zu dem Bild einer politischen und strukturellen Krise im Land bei. Meiner Einschätzung nach haben die Bullen alles Nötige, um ihre Offensive über das gesamte Jahr 2026 hinweg fortzusetzen.
Für einen Abwärtstrend wäre ein starkes und dauerhaft positives Nachrichtenumfeld zugunsten des Dollars erforderlich, was unter Donald Trump nur schwer vorstellbar ist. Zudem liegt ein starker Dollar nicht im Interesse des US-Präsidenten, weil er das Handelsdefizit aufrechterhalten würde. Daher glaube ich nach wie vor nicht an einen übergeordneten Abwärtstrend beim Pfund. Zu viele Risikofaktoren lasten weiterhin schwer auf dem Dollar. Short-Positionen können aus bärischen Mustern heraus in Betracht gezogen werden, doch persönlich würde ich Tradern davon abraten. Ich halte den jüngsten Rückgang des Währungspaares in gewissem Maße für ein Zusammentreffen unglücklicher Umstände.
Wirtschaftskalender für die USA und das Vereinigte Königreich:
Vereinigte Staaten – ISM Manufacturing PMI (15:00 UTC).
Am 27. Februar enthält der Wirtschaftskalender ein einziges, relativ wichtiges Ereignis. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung am Montag dürfte sich vermutlich in der zweiten Tageshälfte bemerkbar machen.
GBP/USD – Prognose und Handelsempfehlungen:
Für das Pfund bleibt das Gesamtbild bullisch, auch wenn sich der kurzfristige Ausblick eingetrübt und ins Bärische gedreht hat. Aktuell liegen keine relevanten bullischen Formationen vor. Es gibt lediglich die bärische Imbalance, zu der der Kurs zunächst zurückkehren und eine Reaktion zeigen muss, bevor Trader potenzielle Short-Positionen in Erwägung ziehen können.
Es ist erwähnenswert, dass der Rückgang des Pfunds in den vergangenen Wochen so stark gewesen ist, dass er das zuvor bullische Bild durch eine unglückliche Gemengelage der Ereignisse verzerrt hat. Hätte Donald Trump nicht wiederholt mit Angriffen auf den Iran gedroht und keine Kriegsschiffe in den Persischen Golf entsandt, hätten wir diesen abrupten Einbruch des Pfunds vermutlich nicht gesehen. Ich gehe davon aus, dass dieser Rückgang genauso unerwartet enden kann, wie er begonnen hat. Meiner Meinung nach hat sich der Trend in den zurückliegenden Wochen nicht nachhaltig in einen Abwärtstrend verwandelt.