Analyse der Freitagsgeschäfte:
1-Stunden-Chart des EUR/USD-Paares

Das Währungspaar EUR/USD ist während der amerikanischen Handelssession am Freitag unerwartet eingebrochen, obwohl Trump Erklärungen über die Öffnung der Straße von Hormus und das Zustandekommen von Vereinbarungen mit dem Iran abgegeben hatte. Die Straße von Hormus war tatsächlich für kurze Zeit geöffnet, doch bis Freitagabend war unklar, ob sie am Samstag erneut geschlossen würde. Daher wirkten Verkäufe im EUR/USD-Paar merkwürdig. Am Wochenende trafen dann noch negativere Nachrichten ein. Der Iran bestätigte die erneute Blockade der Meerenge, da die USA ihren Teil der Vereinbarung nicht erfüllt und die Blockade der iranischen Häfen nicht aufgehoben hatten. Verhandlungen fanden nicht statt, und die Frist für den zweiwöchigen Waffenstillstand läuft am Mittwoch ab. Wie erwartet drohte Trump dem Iran erneut mit der Zerstörung der gesamten elektrischen Infrastruktur sowie der Brücken des Landes, falls das Abkommen nicht unterzeichnet würde. Somit könnte der Krieg im Nahen Osten in dieser Woche wieder aufflammen. Natürlich wäre es wünschenswert, dies zu vermeiden, doch die Chancen für ein Abkommen sind minimal. Gerüchten zufolge könnten Verhandlungen dennoch heute, am Montag, stattfinden.
5-Minuten-Chart des EUR/USD-Paares

Im 5-Minuten-Chart bildete sich am Freitag nur ein einziges Handelssignal – ein Verkaufssignal. Auch wenn es nicht besonders präzise war, prallte der Kurs während der US-Session vom Bereich 1,1830–1,1837 nach unten ab, was einen starken Rückgang auslöste und den Bereich 1,1745–1,1754 erreichte. Infolgedessen konnten Anfänger mit nur einem Trade etwa 50 Pips verdienen.
Wie man am Montag handelt:
Im Stundenchart bleibt der Aufwärtstrend intakt. Zwei Wochen in Folge wurde der Dollar verkauft, und geopolitische Faktoren waren zwischenzeitlich etwas in den Hintergrund getreten. Nun spitzt sich die geopolitische Lage jedoch wieder zu, was in dieser Woche die Nachfrage nach dem US-Dollar als sicherem Hafen stützen könnte. Wir halten in dieser Woche eine Korrektur für möglich, aber in jedem Fall verfügen Trader über technische Niveaus, an denen sie handeln können, und die Bewegungen werden von den Entwicklungen im Nahen Osten abhängen.
Am Montag können Einsteiger Short-Positionen in Erwägung ziehen, falls sich der Kurs unterhalb des Bereichs 1,1745–1,1754 festsetzt, mit einem Ziel bei 1,1655–1,1666. Neue Käufe können bei einem Abprall vom Bereich 1,1745–1,1754 mit einem Ziel bei 1,1830–1,1837 in Betracht gezogen werden.
Im 5-Minuten-Chart zählen zu den wichtigen Marken die Bereiche 1,1354–1,1363, 1,1413, 1,1455–1,1474, 1,1527–1,1531, 1,1584–1,1591, 1,1655–1,1666, 1,1745–1,1754, 1,1830–1,1837, 1,1899–1,1908. Am Montag hält die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, eine Rede – das ist das einzige wichtige Ereignis des Tages. Theoretisch könnte die Chefin der EZB wichtige Informationen preisgeben, doch es ist wahrscheinlich, dass die Zentralbank die Lage im Nahen Osten weiter genau beobachten und mit vorschnellen Schlüssen zurückhaltend sein wird.
Wichtige Grundsätze des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Formation (Abpraller oder Durchbruch eines Niveaus) benötigt wird. Je kürzer die Zeit, desto stärker das Signal.
- Wurden an einem Niveau zwei oder mehr Trades aufgrund von Fehlsignalen eröffnet, sollten alle weiteren Signale von diesem Niveau ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale generieren – oder auch gar keine. Technische Niveaus können in solchen Phasen an Aussagekraft verlieren.
- Im Stundenchart ist es ratsam, MACD-Signale nur dann zu handeln, wenn die Volatilität ausreichend hoch ist und der Trend durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt wird.
- Liegt der Abstand zwischen zwei Niveaus zu gering (5–20 Pips), sollten sie als Unterstützungs- bzw. Widerstandszone betrachtet werden.
- Nachdem sich der Kurs 15 Pips in die gewünschte Richtung bewegt hat, sollte der Stop Loss auf Break-even nachgezogen werden.
Worauf man in den Charts achten sollte:
Unterstützungs- und Widerstandsniveaus sind Kursmarken, die beim Eröffnen von Kauf- oder Verkaufstrades als Zielzonen dienen. Take-Profit-Niveaus können in deren Nähe platziert werden.
Rote Linien stellen Kanäle oder Trendlinien dar, die den aktuellen Trend anzeigen und die Richtung markieren, in die man bevorzugt handeln sollte.
Der MACD-Indikator (14,22,3) – bestehend aus Histogramm und Signallinie – ist ein unterstützender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Veröffentlichungen (immer im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Daher sollte während ihrer Veröffentlichung mit größter Vorsicht gehandelt oder der Markt vorübergehend verlassen werden, um heftige Kursumkehrungen gegen die vorangegangene Bewegung zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Markt sollten sich bewusst sein, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Eine klare Handelsstrategie und ein konsequentes Money-Management sind entscheidend für langfristigen Erfolg im Trading.