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FX.co ★ EUR/USD: Lose-lose-Effekt – warum ignoriert der Markt den Schlagabtausch zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran?

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Analysen:::2026-05-28T10:41:25

EUR/USD: Lose-lose-Effekt – warum ignoriert der Markt den Schlagabtausch zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran?

Das Währungspaar Euro/US-Dollar hat heute angesichts der Eskalation im Nahen Osten das Wochentief erneut unterschritten. Trotz der intensiven Diskussion über ein „Memorandum of Understanding“ haben die Vereinigten Staaten und Iran Angriffe ausgetauscht, was die Aussichten für den diplomatischen Prozess infrage stellt.

EUR/USD: Lose-lose-Effekt – warum ignoriert der Markt den Schlagabtausch zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran?

Laut CNN haben US-Streitkräfte einen Luftangriff auf ein militärisches Ziel im Iran durchgeführt, nachdem Teheran vier Angriffsdrohnen auf ein unter US-Flagge fahrendes Handelsschiff abgefeuert hatte. Die US-Streitkräfte fingen die unbemannten Fluggeräte ab und griffen anschließend einen Bodenwerfer für UAVs im Raum Bandar Abbas an, wodurch ein fünfter Start verhindert wurde.

Die Islamischen Revolutionsgarden erklärten ihrerseits, sie hätten mit einem Angriff auf einen US-Luftwaffenstützpunkt in Kuwait reagiert, von dem aus der Schlag gegen den Iran ausgegangen sei.

Als Reaktion auf den Vorfall trieben Händler EUR/USD auf ein Wochentief und testeten den Bereich um 1,15; das Paar fiel zeitweise bis auf 1,1587. Gleichzeitig konnten die Verkäufer ihre Positionen nicht halten – bereits zu Beginn der europäischen Sitzung kehrte das Währungspaar in den 1,16er-Bereich zurück, in dem es nun schon den vierten Tag in Folge gehandelt wird.

Dies deutet darauf hin, dass Verkäufe unterhalb der Spanne 1,1610–1,1670 weiterhin riskant bleiben, selbst bei zunehmender Risikoaversion. Den Marktreaktionen nach zu urteilen, preisen Anleger weiterhin ein Szenario begrenzter Eskalation und die Fortsetzung des diplomatischen Kurses zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran ein. Trotz des heutigen Schlagabtauschs steigt der Ölpreis nur moderat, und die Nachfrage nach sicheren Häfen, einschließlich des US-Dollars, bleibt vergleichsweise verhalten. All dies zeigt, dass die Marktteilnehmer den Vorfall nicht als Beginn einer umfassenden Wiederaufnahme des Konflikts betrachten.

Wodurch erklärt sich diese Widerstandsfähigkeit der Märkte? Zum großen Teil spiegelt die gedämpfte Reaktion wider, dass der Verhandlungsprozess nicht irreversibel entgleist ist. Für beide Länder würde eine neue Phase umfassender militärischer Aktionen ein „Lose-Lose“-Szenario darstellen, bei dem die politischen und wirtschaftlichen Kosten mögliche Gewinne bei Weitem übersteigen würden.

Die Vereinigten Staaten etwa riskieren Stagflation vor dem Hintergrund einer anziehenden CPI- und PCE-Inflation bei gleichzeitig nachlassendem BIP-Wachstum. Im Falle wieder aufflammender Kämpfe könnte Brent auf 110–120 US-Dollar je Barrel steigen – mit entsprechenden Folgen: höhere Leitzinsen der Federal Reserve, erhöhtes Rezessionsrisiko und so weiter. Zudem ist zu bedenken, dass im November die Zwischenwahlen zum US-Kongress anstehen. Bis dahin muss das Weiße Haus außenpolitische Erfolge vorweisen, anstatt den Eindruck zu erwecken, das Land in einen weiteren „Endloskrieg“ im Nahen Osten zu verwickeln. Eine länger andauernde Luft- oder erst recht Bodenoffensive könnte der Trump-Regierung die Unterstützung zentristischer Wähler kosten, die sowohl empfindlich auf Spritpreise als auch auf Verluste unter US-Soldaten reagieren.

Auch für den Iran wäre ein umfassender Krieg nachteilig, vor allem wegen seiner wirtschaftlichen Verwundbarkeit. Die Islamische Republik ist stark von Ölexporten und außenwirtschaftlichen Kanälen abhängig; eine Blockade der Straße von Hormus, die Teheran als Druckmittel einsetzt, schadet dem Iran selbst. Ohne Öleinnahmen und bei galoppierender Inflation droht dem Rial ein Kollaps, der den Binnenmarkt lähmen würde. Außerdem würde ein großangelegter Krieg das Risiko erhöhen, dass die Energieinfrastruktur des Landes zerstört wird – Vermögenswerte, die über Jahrzehnte aufgebaut wurden. Trotz des beträchtlichen Arsenals an ballistischen Raketen und Drohnen sind die US-Streitkräfte in der Lage, zentrale Öl- und Gasanlagen des Iran außer Betrieb zu setzen.

Aus diesen Gründen gehen die meisten Marktteilnehmer davon aus, dass die Verhandler letztlich eine gemeinsame Basis finden und sich auf ein für beide Seiten kostspieliges, aber stabilisierendes Abkommen einigen werden. Darüber hinaus haben Vermittler in Pakistan und Oman bestätigt, dass Vorbereitungen für weitere Kontakte zwischen Washington und Teheran laufen, und beide Seiten halten weiterhin die Möglichkeit eines nuklearbezogenen Abkommens offen.

Die heutige verhaltene Marktreaktion zeigt, dass Anleger zwar nicht mit einem unmittelbaren „Happy End“ in Form einer schnellen Wiedereröffnung der Straße von Hormus rechnen, Deeskalation aber weiterhin als Basisszenario ansehen.

Die Marktteilnehmer haben sich bereits an Phasen „kontrollierter Eskalation“ gewöhnt: Schlagabtausch wird eher als Druckmittel in Verhandlungen denn als Abkehr von einem Abkommen interpretiert.

Vor diesem Hintergrund zögern Händler, große richtungsweisende Positionen entweder zugunsten des „sicheren“ Dollars oder zugunsten des „Risiko“-Euro aufzubauen. Es erscheint wahrscheinlich, dass EUR/USD im Korridor von 1,1610–1,1670 – den unteren und oberen Bollinger-Bändern im H4-Chart – gehandelt wird, bis der Konflikt im Nahen Osten endgültig gelöst ist. Unter diesen Bedingungen bietet es sich an, Long- und Short-Positionen nahe den Begrenzungen dieses Korridors in Betracht zu ziehen.

Analyst InstaForex
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