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FX.co ★ EUR/USD Überblick. Wöchentliche Vorschau. CPI, PPI und EZB

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Analysen:::2026-06-07T22:45:20

EUR/USD Überblick. Wöchentliche Vorschau. CPI, PPI und EZB

Wird das Währungspaar in den Bereich der 1,14er Marke fallen oder in die Spanne von 1,1610–1,1670 zurückkehren, in der es in den vergangenen sieben Wochen gehandelt wurde? Dies ist wohl die zentrale Frage der kommenden Woche. Am Freitag stürzte das Paar innerhalb weniger Stunden um mehr als 100 Pips ab – eine Reaktion auf starke Daten vom US-Arbeitsmarkt und eine verstärkte Risikoaversion. Darüber hinaus stützten weitere in den USA veröffentlichte makroökonomische Berichte den Greenback, insbesondere die ISM-Indizes, die die Robustheit der US-Wirtschaft widerspiegelten und die Sorgen über eine Abschwächung der Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor minderten.

EUR/USD Überblick. Wöchentliche Vorschau. CPI, PPI und EZB

Die wichtigsten makroökonomischen Veröffentlichungen und Ereignisse der kommenden Woche könnten ebenfalls erhebliche Volatilität im Währungspaar EUR/USD auslösen. Im Fokus stehen die Daten zum Inflationsanstieg in den USA sowie die Junisitzung der Europäischen Zentralbank.

Am Mittwoch, dem 10. Juni (eine Woche vor der Juni-Sitzung des FOMC), werden in den USA die Daten zum Wachstum des Verbraucherpreisindex (CPI) für den Monat Mai veröffentlicht. Diese Veröffentlichung wird Aufschluss darüber geben, ob der jüngste Inflationsanstieg nachhaltig ist und in welchem Ausmaß die gestiegenen Energiepreise in die Kernkomponenten des Indikators „durchgesickert“ sind.

Laut vorläufigen Prognosen dürfte der gesamte Verbraucherpreisindex im Mai auf 4,2 % im Jahresvergleich anziehen und damit den höchsten Stand der vergangenen drei Jahre erreichen. Ein Anstieg der Gesamtinflation dürfte die Marktteilnehmer jedoch kaum überraschen, da die hohen Energiepreise nach wie vor der Haupttreiber dieses Anstiegs sind. Infolgedessen werden die Marktteilnehmer dem Kern-CPI besondere Aufmerksamkeit schenken. Der Ölpreisanstieg hat bereits zu einem deutlichen Anstieg der Benzin- und Transportkosten geführt, was sich selbstverständlich nach und nach in den Preisen für Waren und Dienstleistungen niederschlägt. Das Ausmaß dieser Weitergabe ist allerdings noch offen. Die meisten Analysten erwarten, dass der Kern-CPI im Mai auf 2,9 % anzieht (nach 2,8 % im Vormonat). Sollte dieser Wert die Prognosen übertreffen und die psychologisch wichtige Marke von drei Prozent überschreiten, wäre dies ein Hinweis darauf, dass der Inflationsdruck weit über den Energiesektor hinausreicht und an Stabilität gewinnt.

Anders ausgedrückt: Steigt der Kern-CPI auf 3,0 % oder darüber, dürfte der Dollar erneut eine verstärkte Nachfrage verzeichnen, da sich die Erwartungen an künftig restriktivere Maßnahmen der Federal Reserve verschärfen. Bleibt der Kern-CPI hingegen hinter den Erwartungen zurück, wird der Markt den Anstieg der Gesamtinflation wahrscheinlich ignorieren und ihn energiebedingten Faktoren zuschreiben.

Am nächsten Tag (also am Donnerstag, dem 11. Juni) wird in den USA ein weiterer wichtiger Inflationsindikator veröffentlicht – der Producer Price Index (PPI) für den Monat Mai. Im Vormonat hatten die April-Daten die Märkte mit einem deutlichen Sprung überrascht: Auf Monatssicht beschleunigte sich der Producer Price Index auf 1,4 %, während er im Jahresvergleich auf 6,0 % kletterte (der höchste Stand seit Dezember 2022). Angesichts der Entwicklung der vorlaufenden Indikatoren für Mai scheint es, als könnte der PPI auch in diesem Monat neue Mehrjahreshöchststände erreichen. Insbesondere der Preis-Subindex des ISM-Index für den Dienstleistungssektor stieg auf 71,3 (ein Vierjahreshoch), was auf erhöhten Preisdruck und steigende Geschäftskosten hindeutet. Der entsprechende Subindex des ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe ist zwar um zwei Punkte gesunken, liegt jedoch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. All dies deutet darauf hin, dass sich der PPI voraussichtlich weiter beschleunigen wird, wodurch sich das Risiko erhöht, dass sich der Preisdruck in den kommenden Monaten auf die Gesamtinflation überträgt.

Den vorläufigen Prognosen zufolge dürfte der gesamte Producer Price Index im Mai im Jahresvergleich auf 6,8 % anziehen (nach 6,0 %), während für den Kernindex ein Anstieg auf 5,3 % erwartet wird (nach einem Anstieg auf 5,2 % im April).

Auch hier gilt: Sollte sich die Beschleunigung des PPI breit über viele Komponenten erstrecken und nicht nur auf den Energiesektor konzentrieren (sprich, wenn der Kernindex stärker anzieht), wird das Währungspaar EUR/USD unter erheblichen Druck geraten, da die Sorge wächst, dass der PPI ein hohes CPI-Niveau stützen wird. Fällt der Kernindex dagegen unter 5,2 %, dürfte die Marktreaktion verhalten ausfallen, selbst wenn der Gesamt-PPI „grün“ veröffentlicht wird.

Neben den Inflationsdaten werden auch die Ergebnisse der EZB-Sitzung am Donnerstag, dem 11. Juni, die Entwicklung des EUR/USD beeinflussen. Die meisten Analysten erwarten, dass die Zentralbank die Leitzinsen um 25 Basispunkte anhebt. Dies ist das Basisszenario und zugleich die wahrscheinlichste Variante, die bereits in der vergangenen Woche nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten aus der Eurozone eingepreist wurde. Berichtet wurde, dass der gesamte Verbraucherpreisindex auf 3,2 % gestiegen ist (der höchste Stand seit November 2023), während sich der Kern-CPI auf 2,5 % beschleunigte (das stärkste Wachstum seit April des Vorjahres).

Mit anderen Worten: Die Aussicht auf eine Zinserhöhung dürfte dem Euro und damit den Käufern von EUR/USD kaum signifikante und nachhaltige Unterstützung bieten. Die eigentliche Frage lautet nun nicht mehr, ob „die Zinsen angehoben werden oder nicht“, sondern ob sich die EZB auf einen einzigen Schritt beschränkt. Sollte Christine Lagarde signalisieren, dass der Anstieg im Juni eine „vorsorgliche“, einmalige Maßnahme im Zusammenhang mit geopolitischen (und damit grundsätzlich vorübergehenden) Faktoren ist, gerät das Währungspaar EUR/USD trotz der tatsächlichen Straffung der Geldpolitik unter Druck. Stellt die Notenbankchefin hingegen zusätzliche Zinserhöhungen in der zweiten Jahreshälfte in Aussicht, dürfte der Euro an den Märkten – auch gegenüber dem Dollar – deutlich zulegen.

Angesichts der jüngsten BIP-Daten für die Eurozone wird die EZB meiner Einschätzung nach jedoch eine „taubenhafte Zinserhöhung“ vornehmen. Das heißt, sie wird die Geldpolitik de facto straffen, gleichzeitig aber eine eher weiche, zurückhaltende Tonlage anschlagen. Zur Erinnerung: Am Freitag wurden die endgültigen Daten zum Wirtschaftswachstum der Eurozone im ersten Quartal veröffentlicht. Demnach schrumpfte das BIP im Quartalsvergleich um 0,2 % (zuvor war ein schwaches, aber dennoch positives Wachstum von 0,1 % gemeldet worden). Auch das Wirtschaftswachstum im Jahresvergleich wurde deutlich nach unten revidiert – auf 0,3 % statt erwarteter 0,8 %.

Auf Basis der vorläufigen fundamentalen Prognosen verfügt das Währungspaar EUR/USD damit weiterhin über Abwärtspotenzial. Dasselbe signalisiert auch das „technische“ Bild. Im Vier-Stunden-Chart hat der Kurs die untere Linie der Bollinger-Bänder deutlich nach unten durchbrochen, und der Ichimoku-Indikator hat ein bärisches „Line Break“-Signal generiert. Im Tageschart notiert das Paar an der unteren Linie der Bollinger-Bänder und unterhalb sämtlicher Ichimoku-Linien. All dies spricht für eine Priorität von Short-Positionen. Gelingt es den Verkäufern, den Kurs unterhalb der Unterstützungsmarke von 1,1530 (unteres Bollinger-Band im D1-Zeitrahmen) zu halten, liegen die nächsten Ziele der Abwärtsbewegung bei 1,1500 und mittelfristig bei 1,1430 (unteres Bollinger-Band im W1-Zeitrahmen).

Analyst InstaForex
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