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FX.co ★ EUR/USD. Wöchentliche Vorschau: ADP, ISM, NFP, Verbraucherpreise der Eurozone und … erneut Geopolitik

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Analysen:::2026-06-28T22:43:26

EUR/USD. Wöchentliche Vorschau: ADP, ISM, NFP, Verbraucherpreise der Eurozone und … erneut Geopolitik

Die kommende Woche schlägt eine Brücke zwischen zwei Monaten – eine Phase, die traditionell durch eine hohe Dichte an makroökonomischen Terminen gekennzeichnet ist. Im Fokus der EUR/USD-Händler stehen wichtige Daten, darunter der US-Arbeitsmarkt, der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sowie der Inflationsbericht der Eurozone. Darüber hinaus ist es wichtig, im Blick zu behalten, dass in den vergangenen Tagen geopolitische Themen erneut in den Vordergrund gerückt sind. Ein weiterer Anstieg der Spannungen könnte die Nachfrage nach sicheren Häfen erhöhen und das Kräfteverhältnis am Devisenmarkt verschieben.

EUR/USD. Wöchentliche Vorschau: ADP, ISM, NFP, Verbraucherpreise der Eurozone und … erneut Geopolitik

Trotz früherer Vereinbarungen hat sich die Lage im Nahen Osten erneut zugespitzt. Iran warf Washington vor, den Waffenstillstand verletzt zu haben, und reagierte mit Drohnenangriffen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain. Teheran erklärte, das Vorgehen der USA habe den diplomatischen Prozess faktisch beendet, während Donald Trump mit der Absicht drohte, „das Begonnene mit militärischen Mitteln zu Ende zu führen“.

Gleichzeitig setzte Israel seine Angriffe auf Hezbollah-Stellungen im Süden des Libanon fort und erschwerte damit die ohnehin komplizierte Lage rund um eine regionale Befriedung weiter. Zudem sind die Spannungen in der Straße von Hormus hoch. Nach Angaben von CENTCOM griff eine iranische Drohne am Samstag im Golf einen Tanker an, der mehr als zwei Millionen Barrel Öl transportierte (woraufhin die USA iranische Militärziele bombardierten). Dieser Vorfall hat die Sorgen um die Sicherheit der Schifffahrt in der Region neu entfacht.

Mit anderen Worten: Die geopolitische Agenda entwickelt sich erneut zu einem eigenständigen Risikofaktor für die Finanzmärkte, der das Interesse an sicheren Häfen anheizen kann – in erster Linie am Dollar, der bereits in der vergangenen Woche vor dem Hintergrund zunehmend „hawkisher“ Erwartungen an die weiteren Schritte der Federal Reserve eine stärkere Nachfrage verzeichnete. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf der September-Sitzung ist auf nahezu 50 % gestiegen. Insgesamt zweifelt der Markt kaum daran, dass die Zentralbank bis zum Jahresende die Zinsen mindestens einmal um 25 Basispunkte anheben wird; die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios wird auf 85 % geschätzt (laut Daten des CME FedWatch). Sollten die in der kommenden Woche in den USA veröffentlichten wichtigen makroökonomischen Berichte erneut stark ausfallen, könnte sich diese Wahrscheinlichkeit deutlich erhöhen.

Am Dienstag (30. Juni) wird insbesondere der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board für Juni veröffentlicht. Dieser Bericht wird Aufschluss darüber geben, wie zuversichtlich sich die US-Verbraucher angesichts anhaltenden Inflationsdrucks und geopolitischer Spannungen fühlen. Nach dem Rückgang im Mai auf 93,1 erwarten die Märkte eine lokale Erholung auf 94,2 Punkte. Der Optimismus der Verbraucher ist für die Fed von entscheidender Bedeutung: Fällt der Wert besser als erwartet aus (insbesondere wenn er die Marke von 100 Punkten überschreitet), würde dies auf eine robuste Binnennachfrage hindeuten, Inflationsrisiken schüren und den Dollar stützen.

Ebenfalls am Dienstag werden in den USA die Daten zu offenen Stellen und Personalfluktuation des Bureau of Labor Statistics (JOLTS) veröffentlicht. Der Bericht für Mai dient als wichtiger Indikator für den US-Arbeitsmarkt im Vorfeld der Non-Farm Payrolls (NFP). Nach dem unerwarteten Anstieg der offenen Stellen im April auf 7,62 Millionen werden Händler genau beobachten, ob sich dieser Trend fortsetzt oder ob sich der Arbeitsmarkt wieder abkühlt. Die Prognosen liegen bei 7,28 Millionen. Für Dollar-Bullen ist es wichtig, dass dieser Indikator über der Marke von 7 Millionen bleibt.

Ein weiterer bedeutender Datenpunkt zum US-Arbeitsmarkt folgt am darauffolgenden Tag, am Mittwoch, dem 1. Juli: der ADP-Bericht für Juni, den Investoren traditionell als eine Art „Generalprobe“ für die offiziellen Arbeitsmarktdaten der USA betrachten. Nach einem kräftigen Zuwachs im Mai (122.000 Stellen) liegt der Konsens für Juni bei 118.000 neuen Stellen. Ein stärkerer Wert könnte das Vertrauen in die Widerstandsfähigkeit des US-Arbeitsmarktes und der wirtschaftlichen Aktivität stärken und dem Dollar zusätzlichen Rückenwind verleihen.

Am selben Tag, dem 1. Juli, wird zudem der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Juni veröffentlicht. Dieser Bericht wird zeigen, ob der US-Industriesektor seine Dynamik nach dem kräftigen Anstieg im Mai auf 54,0 (dem besten Ergebnis der letzten zwei Jahre) halten kann. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass der Index im Juni in etwa auf diesem Niveau verharren und leicht auf 53,7 zurückgehen wird. Ein solcher Wert würde die US-Währung deutlich stützen. Besonderes Augenmerk sollte auf die Struktur des Berichts gelegt werden, insbesondere auf die Komponenten „New Orders“ (Messgröße für die künftige Nachfrage) und „Prices“ (Ausmaß des Inflationsdrucks im Sektor). Sollten beide Teilindizes im positiven Bereich liegen, würde dies die „hawkishen“ Erwartungen in Bezug auf die künftigen Schritte der Fed weiter verstärken.

Den Abschluss bildet der NFP-Bericht für Juni. Aufgrund der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli in den USA wird die Veröffentlichung der offiziellen Arbeitsmarktdaten auf Donnerstag, den 2. Juli, vorgezogen. Der Bericht wird den Höhepunkt der Woche markieren und als zentraler Auslöser für erhöhte Volatilität fungieren. Nach dem unerwartet kräftigen Stellenaufbau im Mai um 172.000 Arbeitsplätze erwarten Analysten im Juni eine Rückkehr zu moderaterem Wachstum von rund 115.000 neuen Jobs. Investoren werden zudem ein besonderes Augenmerk auf die Arbeitslosenquote (erwartet unverändert zum Vormonat bei 4,3 %) und die Entwicklung der Stundenlöhne (Prognose: Anstieg auf 3,5 %) legen, die unmittelbare Treiber der Inflation darstellen. Sollten die Hauptkomponenten des Berichts im Rahmen oder über den Prognosen liegen (ganz zu schweigen von einem klar positiven Überraschungseffekt), dürfte der Dollar die Woche mit deutlichen Gewinnen beenden.

Der Euro wiederum wird auf die wichtigen Inflationsdaten aus der Eurozone für Juni reagieren, die am Mittwoch, dem 1. Juli, veröffentlicht werden. Dieser Bericht wird in dieser Woche zum Schlüsselmoment für die Einheitswährung – insbesondere, nachdem die Gesamtinflation im Mai auf 3,2 % im Jahresvergleich angezogen und die Kerninflation auf 2,5 % gestiegen ist. Der Markt preist derzeit eine leichte Abschwächung der Gesamtinflation auf 3,0 % ein. Ausschlaggebend bleibt jedoch der zugrunde liegende Preisdruck. Sollte der Kernverbraucherpreisindex die Prognosen übertreffen (also über 2,5 % liegen), wäre die Europäische Zentralbank gezwungen, an ihrem „hawkishen“ Kurs festzuhalten. Zeigen die Daten dagegen eine deutliche Abkühlung (insbesondere bei der Kerninflation), dürfte die Gemeinschaftswährung erheblich unter Druck geraten.

Aus technischer Sicht stellt sich die Lage für das Währungspaar EUR/USD wie folgt dar. Im Tageschart notiert der Kurs zwischen der mittleren und der unteren Linie der Bollinger Bands und unter sämtlichen Linien des Ichimoku-Indikators, der damit ein bärisches „Parade der Linien“-Signal sendet. Trotz der deutlichen korrektiven Aufwärtsbewegung haben damit auf Tagesbasis Short-Positionen weiterhin Priorität. Auf dem H4-Chart schloss das Paar die Woche allerdings zwischen der mittleren und der oberen Bollinger-Band-Linie sowie zwischen der Tenkan-sen- und der Kijun-sen-Linie des Ichimoku-Indikators, was auf Risiken für eine weitere Aufwärtsbewegung hinweist. Der Einstieg in Short-Positionen bietet sich daher erst an, wenn der Kurs auf die mittlere und die untere Linie der Bollinger Bands zurückkehrt und auf dem Vier-Stunden-Chart unter allen Ichimoku-Linien liegt (d. h. nachdem er sich unterhalb der Unterstützungszone von 1,1370 etabliert hat). Das nächste Ziel für die Abwärtsbewegung ist der Bereich um 1,1330 (die untere Bollinger-Band-Linie im D1-Zeitrahmen).

Analyst InstaForex
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