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FX.co ★ EUR/USD. Wöchentliche Vorschau. Der „Iran-Fall“, der US-CPI und Warshs Debüt im Kongress

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Analysen:::2026-07-12T22:55:15

EUR/USD. Wöchentliche Vorschau. Der „Iran-Fall“, der US-CPI und Warshs Debüt im Kongress

Den Händlern des EUR/USD-Paares steht eine ereignisreiche Woche bevor – informativ und damit potenziell volatil. Im Mittelpunkt stehen die US-Inflationsdaten für Juni, der zweitägige Auftritt des Vorsitzenden der Federal Reserve, Kevin Warsh, vor dem Kongress sowie die weiteren Entwicklungen in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran nach einer weiteren Eskalationsrunde im Nahen Osten.

EUR/USD. Wöchentliche Vorschau. Der „Iran-Fall“, der US-CPI und Warshs Debüt im Kongress

Geopolitik

Es ist davon auszugehen, dass die neue Handelswoche mit steigenden Ölpreisen und einem stärkeren US‑Dollar vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse im Nahen Osten beginnen wird. Am Sonntag kündigte das U.S. Central Command eine dritte Angriffswelle auf iranische Ziele als Reaktion auf einen Angriff auf ein ziviles Schiff in der Straße von Hormus an. Auslöser war ein Angriff auf ein Containerschiff unter zyprischer Flagge, das die Meerenge passierte.

Als Reaktion darauf hat Teheran erneut US‑Militäreinrichtungen im Nahen Osten angegriffen. Insbesondere die Behörden in Katar, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten berichteten über den Einsatz ihrer Luftverteidigungssysteme.

Iran hat zudem die Schließung der Straße von Hormus angekündigt, woraufhin der Schiffsverkehr auf ein Minimum zurückging. Nach Daten der Schiffsüberwachungsagentur MarineTraffic passierten am Sonntag nur wenige Schiffe die Meerenge von Hormus.

Es ist zu erwarten, dass die USA und Iran in den kommenden Tagen den Austausch harter Verbalnoten fortsetzen, begleitet von begrenzten militärischen Aktionen. Gleichzeitig dürfte der diplomatische Kanal höchstwahrscheinlich offen bleiben: Über Mittler werden die Parteien geheime Konsultationen fortsetzen, um Bedingungen für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zu schaffen.

Meiner Einschätzung nach ist die Wahrscheinlichkeit eines vollständigen Abbruchs der Diplomatie derzeit geringer als die eines erneuten Auflebens des Dialogs. Beide Seiten haben bereits erhebliche politische Ressourcen in den Verhandlungsprozess investiert, und die Alternative zu einem Waffenstillstand wäre ein anhaltender regionaler Konflikt mit gravierenden wirtschaftlichen (und politischen) Folgen sowohl für Iran als auch für die USA.

All dies lässt darauf schließen, dass sich die Dynamik von EUR/USD in den kommenden Tagen in erster Linie am Ausmaß der Risikoaversion am Devisenmarkt orientieren wird. Sollten Washington und Teheran nach einer weiteren Eskalationsrunde – wie bereits in der Vergangenheit – an den Verhandlungstisch zurückkehren, dürfte sich der Fokus der Marktteilnehmer rasch von der Geopolitik auf die makroökonomische Agenda verlagern. In diesem Fall rücken die Inflationsdaten für Juni in den USA in den Mittelpunkt – vor allem die Berichte zu CPI und PPI, die die Erwartungen hinsichtlich der künftigen Schritte der Federal Reserve deutlich beeinflussen könnten.

Makroökonomische Daten

Die wichtigsten makroökonomischen Veröffentlichungen für EUR/USD in dieser Woche erscheinen in den USA am Dienstag und Mittwoch. Zunächst erfahren wir am 14. Juli den Consumer Price Index (CPI) für Juni. Den meisten Analysten zufolge dürfte sich die Gesamtinflation im Jahresvergleich nach dem Anstieg im Mai auf 4,2 % leicht auf 4,0 % (einige Prognosen sehen 3,9 %) abschwächen. Treibende Kraft hinter dieser Entwicklung sind sinkende Energiepreise.

Der Kern-Verbraucherpreisindex dürfte jedoch auf dem Mai-Niveau (also bei 2,9 %) verharren und damit den anhaltenden Preisdruck im Dienstleistungssektor widerspiegeln. Wichtig ist, dass die Entwicklung der Kerninflation entscheidend für die Markterwartungen in Bezug auf die weiteren Schritte der Fed sein wird. Liegt der Kern-CPI im Rahmen der Prognosen oder in der „grünen Zone“, wird sich am Markt die Einschätzung verfestigen, dass die Notenbank mit Zinssenkungen auf absehbare Zeit nicht vorschnell beginnen wird. Darüber hinaus bleibt die Möglichkeit einer geldpolitischen Straffung in der zweiten Jahreshälfte auf der Agenda. Ein solches Szenario würde den Dollar stützen, selbst wenn die „Headline“-Inflation eine gewisse Abschwächung zeigt. Umgekehrt würde ein unerwarteter Rückgang des Kernindex die „dovishen“ Erwartungen am Markt stärken und erheblichen Druck auf den Greenback ausüben.

Am darauffolgenden Tag, dem 15. Juli, wird in den USA ein weiterer wichtiger Inflationsindikator veröffentlicht: der Producer Price Index (PPI). Laut Prognosen dürfte der Gesamt-PPI von dem Rekordwert von 6,5 % im Mai auf 6,3 % zurückgehen. Für den Kernindex wird ein unveränderter Wert von 4,9 % erwartet. Auch hier wird für EUR/USD die Kernrate maßgeblich sein, da sie Aufschluss über die Widerstandsfähigkeit des Preisdrucks unter Ausklammerung volatiler Komponenten gibt. Bestätigt der PPI, dass die Abgabepreise der Produzenten weiterhin erhöht bleiben, würde dies die „hawkische“ Haltung der Fed zusätzlich untermauern.

Neben den Inflationsdaten könnte die Volatilität des Währungspaares EUR/USD auch durch die US‑Einzelhandelsumsätze für Juni angetrieben werden, die am Donnerstag, dem 16. Juli, veröffentlicht werden. Nach einem unerwartet starken Mai-Bericht, in dem die nominalen Umsätze um 0,9 % zulegten (und die Kontrollgruppe, die direkt in das BIP einfließt, um 0,7 % stieg), wird der Juni-Bericht zeigen, ob dieser Sprung lediglich ein nominaler Inflationseffekt (aufgrund höherer Benzinpreise) war oder ob die Konsumnachfrage trotz der restriktiven Fed‑Politik tatsächlich robust bleibt. Der Konsens geht von einer Verlangsamung des Gesamtwachstums auf 0,3 % aus (Kontrollgruppe – 0,4 %). Für Dollar‑Bullen ist entscheidend, dass diese Indikatoren im positiven Bereich, also über null, bleiben.

Warshs Debüt im Kongress

Der zweitägige Auftritt des neuen Fed‑Vorsitzenden Kevin Warsh vor dem Kongress (Dienstag, Mittwoch) zählt zu den wichtigsten Ereignissen der kommenden Woche. Händler werden seine Einschätzung der Inflationsrisiken, der Lage am Arbeitsmarkt und der geldpolitischen Perspektiven genau verfolgen.

Angesichts von Warshs Rhetorik auf der Juni-Sitzung der Fed ist davon auszugehen, dass er die Hartnäckigkeit der Inflation und die Notwendigkeit betonen wird, die Zinsen auf dem aktuellen Niveau zu belassen, bis überzeugende Anzeichen für eine nachlassende Teuerung vorliegen. Dies stellt das Basisszenario für seinen Auftritt dar.

Die Hauptfrage wird sein, ob Warsh Signale für ein aggressiveres Vorgehen der Fed sendet. Sollte er explizit die Möglichkeit einer Zinserhöhung in der zweiten Jahreshälfte ins Spiel bringen, dürfte der Dollar über die Märkte hinweg deutlichen Rückenwind erhalten. Deutet er hingegen trotz der Prognosen eine rasche Hinwendung zu einer lockereren Geldpolitik an, würde der Greenback stark unter Druck geraten. Zu beachten ist, dass es sich um Kevin Warshs ersten Auftritt vor dem Kongress in seiner Funktion als Fed‑Chef handelt, sodass jede Veränderung seiner Rhetorik (im Vergleich zur Juni-Sitzung) die Volatilität am Devisenmarkt erhöhen könnte.

„Technisches“

Das technische Bild für EUR/USD signalisiert ein Nachlassen des Abwärtsimpulses und den Übergang in eine „Konsolidierungsphase“ vor einer voraussichtlich volatilen Woche. Im Tageschart bleibt der übergeordnete Abwärtstrend unterhalb der Kumo‑Wolke intakt, doch das Paar hat bei 1,1330 (untere Bollinger‑Band‑Linie im D1‑Zeitfenster) eine lokale Unterstützung gefunden und bewegt sich eingeengt in einer Spanne zwischen 1,1370 und 1,1460. Im Vier-Stunden-Chart deutet eine starke Einengung der Bollinger‑Bänder auf nachlassende Volatilität und ein „Zusammendrücken der Markt‑Feder“ hin, während das Ineinandergreifen der Tenkan‑sen‑ und Kijun‑sen‑Linien ein vorübergehendes Gleichgewicht der Kräfte zwischen Bullen und Bären bestätigt. Sollten sich Risikoaversion und die wichtigsten Wochenberichte erneut zugunsten des Greenback verstärken, dürften die Verkäufer die Unterstützung bei 1,1400 (untere Bollinger‑Band‑Linie, die mit der Untergrenze der Kumo‑Wolke im H4‑Chart zusammenfällt) nach unten durchbrechen und versuchen, die Kursbarriere bei 1,1330 (untere Bollinger‑Band‑Linie auf D1) erneut zu testen.

Ein alternatives Szenario würde sich ergeben, wenn die Risikobereitschaft wieder zunimmt (also wenn die USA und Iran an den Verhandlungstisch zurückkehren) und alle Komponenten von CPI und PPI nachlassen. In diesem Fall könnte das Paar den Keil nach oben durchbrechen, die Marke von 1,1460 überwinden und anschließend die Grenzen der 1,15er‑Zone testen.

Analyst InstaForex
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