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FX.co ★ GBP/USD. Korrektur oder Trendwende?

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Analysen:::2026-07-16T22:47:40

GBP/USD. Korrektur oder Trendwende?

Das Pfund hat im Paar mit dem Dollar am Mittwoch ein Zwei-Monats-Hoch bei 1,3557 erreicht. Obwohl es am Donnerstag zu einer deutlichen Korrektur nach Süden gekommen ist, weist das Währungspaar insgesamt weiterhin Potenzial für weiteres Wachstum auf – nicht nur aufgrund der Schwäche des US-Dollars.

Es ist jedoch wichtig, die Gründe für die Korrektur am Donnerstag zu verstehen. Händler reagierten recht empfindlich auf die veröffentlichten Daten zum Wirtschaftswachstum im Vereinigten Königreich. Die Veröffentlichung fiel zwar durchaus gemischt aus, kann jedoch nicht als katastrophal für die britische Währung bezeichnet werden.

GBP/USD. Korrektur oder Trendwende?

Den veröffentlichten Daten zufolge ist das monatliche BIP im Mai nur um 0,1 % gestiegen, nachdem es im Vormonat um 0,1 % zurückgegangen war. Auf den ersten Blick ist das ein schwaches Ergebnis. Doch der „Teufel steckt im Detail“.

Zunächst einmal liegen die wichtigsten Kennzahlen im „grünen Bereich“. So hatten die meisten Analysten für den Monat überhaupt kein Wachstum prognostiziert. Die Wirtschaft blieb jedoch von der unangenehmen Überraschung verschont, die viele nach dem Rückgang im April und den steigenden Energiepreisen befürchtet hatten. Wie bereits erwähnt, stieg das BIP auf Monatsbasis um 0,1 %, und die Tatsache, dass die Wirtschaft unter derart schwierigen Bedingungen wieder auf Wachstumskurs eingeschwenkt ist, ist ein positives Signal.

Zweitens ist die wichtigste Kennzahl nicht die monatliche, sondern die dreimonatige Veränderung, die die Bank of England traditionell als verlässlichere Messgröße für die konjunkturelle Entwicklung betrachtet. Über drei Monate (einschließlich Mai) wuchs die britische Wirtschaft um 0,7 %, verglichen mit einer Prognose von 0,4 %. Einerseits liegt dies leicht unter dem vorherigen Dreimonatszeitraum, in dem das BIP um 0,8 % gestiegen war. Andererseits bleibt dieses Wachstumstempo hoch und zeigt, dass die Wirtschaft trotz sich verschlechternder äußerer Rahmenbedingungen ihre Widerstandskraft bewahrt. Zudem legte das BIP im Jahresvergleich um 1,3 % zu – das stärkste Wachstum der vergangenen neun Monate.

Schließlich ist hervorzuheben, dass auch die Struktur des Berichts recht ermutigend ausfällt.

Der wichtigste Wachstumstreiber war einmal mehr der Dienstleistungssektor, der um 0,3 % zulegte. Besonders beeindruckende Dynamik zeigten dabei die Hightech-Branchen, darunter Softwareentwicklung, wissenschaftliche Forschung und die Pharmaindustrie.

Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass der Dienstleistungssektor rund 80 % des britischen BIP ausmacht. Seine Widerstandskraft wiegt daher deutlich schwerer als jede vorübergehende Schwäche in Industrie oder Bau. Diese Bereiche der Wirtschaft enttäuschten in der Tat: Die Industrieproduktion schrumpfte um 0,5 %, während die Bauleistung um 0,8 % zurückging. Allerdings standen diese Branchen vor allem aufgrund externer Faktoren unter Druck – steigender Energiepreise und wachsender geopolitischer Unsicherheit. Selbst unter diesen Schocks wies die britische Wirtschaft jedoch eine positive Dynamik auf, was auf ihre Robustheit hindeutet.

Mit anderen Worten: Die am Donnerstag veröffentlichten Daten können nicht als „dovish“ eingestuft werden. Das anhaltende Wachstum im Dienstleistungssektor und die kräftige Dreimonatsdynamik sprechen dafür, dass die Notenbank kaum Veranlassung sehen dürfte, eine rasche Lockerung der Geldpolitik ins Auge zu fassen. Vielmehr stützt die Veröffentlichung eine abwartende Haltung, die unter den aktuellen Umständen einen grundlegenden stützenden Faktor für das Pfund darstellt.

In diesem Zusammenhang ist es notwendig, noch einmal auf die Gründe für den Kurssprung von GBP/USD am Mittwoch um nahezu 200 Punkte einzugehen. Diese Entwicklung war weniger auf eine Schwäche des Dollar als vielmehr auf eine Stärkung des Pfunds infolge politischer Ereignisse im Vereinigten Königreich zurückzuführen.

Der künftige Premierminister des Vereinigten Königreichs, Andy Burnham, erklärte am Mittwoch, er beabsichtige, an Grundsätzen der Haushaltsdisziplin festzuhalten und werde voraussichtlich Shabana Mahmood zur Schatzkanzlerin ernennen, die von Investoren als Befürworterin einer eher konservativen Fiskalpolitik eingeschätzt wird. Ihre Kandidatur wurde als Signal für Kontinuität bei der staatlichen Finanzkontrolle und für die Einhaltung von Haushaltsregeln gewertet, während die Ernennung einer stärker links ausgerichteten Persönlichkeit (zum Beispiel Ed Miliband) Befürchtungen hinsichtlich steigender Staatsausgaben und eines wachsenden Haushaltsdefizits geweckt hätte.

Dies ist ein wichtiger Punkt für GBP/USD-Händler, denn eine striktere Fiskalpolitik bedeutet geringeren Staatsbedarf an Krediten, ein niedrigeres Risiko eines raschen Schuldenanstiegs und ein höheres Vertrauen der Investoren in britische Vermögenswerte. Darüber hinaus erinnert sich der Markt noch gut an die Vertrauenskrise nach dem „Mini-Budget“ von Liz Truss im Jahr 2022 – entsprechend werden alle Signale zugunsten haushaltspolitischer Verantwortung inzwischen als positiv für die britische Währung gewertet.

Vor diesem Hintergrund hat das Währungspaar meiner Ansicht nach weiterhin Potenzial für weitere Kursgewinne – etwaige Rücksetzer könnten als Gelegenheit zum Eröffnen von Long-Positionen betrachtet werden. Aus technischer Sicht bewegt sich das Paar zwischen der mittleren und der oberen Linie des Bollinger-Bänder-Indikators im Vier-Stunden-Chart sowie oberhalb sämtlicher Linien des Ichimoku-Indikators, der ein bullisches „Parade der Linien“-Signal ausgebildet hat. Die obere Begrenzung der „arbeitenden“ Handelsspanne liegt bei 1,3560 und entspricht der oberen Linie des Bollinger-Bänder-Indikators im H4-Zeitrahmen.

Analyst InstaForex
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