
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wurde West Texas Intermediate (WTI) Rohöl bei rund 84,26 US‑Dollar pro Barrel gehandelt, was einem täglichen Anstieg von 2,6 % entspricht. Anhaltende Sorgen über das weltweite Ölangebot stützen die Preise auf hohem Niveau, obwohl es Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung der Lage im Nahen Osten gibt.
Der geopolitische Faktor bleibt der dominierende Treiber am Markt, da die USA nun bereits den zehnten Tag in Folge Luftangriffe auf iranisches Territorium fliegen. Am Montag bekräftigte der US‑Präsident Donald Trump, dass Teheran für den Tod von drei amerikanischen Soldaten bezahlen werde, während die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) Irans Angriffe auf mehrere US‑Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait meldeten.
Die Spannungen haben sich verschärft, nachdem die vom Iran unterstützten Huthi‑Rebellen aus dem Jemen ein Seeembargo gegen Saudi‑Arabien im Roten Meer angekündigt haben. Diese Maßnahme erhöht die Risiken für regionale Energieflüsse zusätzlich zu den bereits bestehenden Gefahren für die Schifffahrt durch die Straße von Hormus – einen strategisch zentralen Knotenpunkt für den globalen Ölexport.
Gleichzeitig wägen die Marktteilnehmer weiterhin die Chancen auf eine diplomatische Lösung der Konfrontation zwischen Washington und Teheran ab. Auch wenn ein Rückgang der geopolitischen Spannungen kurzfristig weitere Ölpreisanstiege begrenzen könnte, bleibt die Sorge um mögliche Störungen des weltweiten Angebots der dominierende Faktor.
Aus technischer Sicht haben die Ölpreise die 50‑Tage‑SMA überschritten und zielen nun auf die 100‑Tage‑SMA. Die Oszillatoren liefern gemischte Signale, was darauf hindeutet, dass die Bullen noch nicht genügend Stärke für ein deutliches Wachstum besitzen. Um die Kontrolle über den Markt zu übernehmen, müssen die Bullen die 100‑Tage‑SMA überwinden. Unterstützung bietet die 50‑Tage‑EMA bei rund 80,60 US‑Dollar, und die nächste Unterstützungszone liegt bei der runden Marke von 78,00 US‑Dollar. Solange sich der Relative Strength Index (RSI) jedoch im positiven Bereich nach oben richtet, haben die Bullen den Vorteil.