Der Wirtschaftskalender für die kommende Woche ist in Bezug auf wichtige Ereignisse für das Währungspaar EUR/USD nicht besonders ergiebig. Am Dienstag wird der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen für Deutschland veröffentlicht, doch der entscheidende Test für den Euro steht mit den vorläufigen PMI-Indizes an, die am Freitag, dem 21. August, bekannt gegeben werden. Auch aus den USA werden keine bedeutenden makroökonomischen Daten erwartet.
Die Aufmerksamkeit der Trader wird sich auf das Protokoll der Fed-Sitzung vom Juli richten, das dabei helfen wird, die Kräfteverhältnisse innerhalb des Ausschusses einzuschätzen und Details über die hawkische Spaltung offenzulegen, die die Märkte gegen Ende des vergangenen Monats beunruhigt hat.

Darüber hinaus bleiben geopolitische Themen im Zusammenhang mit den Beziehungen zwischen den USA und Iran sowie dem anhaltenden Konflikt im Nahen Osten auf der Agenda. Neue Signale einer Eskalation könnten die Nachfrage nach dem US-Dollar (zumindest kurzfristig) wiederbeleben, während eine Wiederaufnahme des diplomatischen Dialogs die Position des Euro stärken könnte.
ZEW + PMI
Am Dienstag, den 18. August, werden der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone für den Monat August veröffentlicht. Zur Erinnerung: Im Juli ist der deutsche Indikator unerwartet auf 26,3 Punkte gestiegen (nach zuvor 10,5 Punkten) und hat damit die Markterwartungen von 18,0 Punkten deutlich übertroffen. Gleichzeitig hat sich die Lageeinschätzung nur auf -77,6 Punkte verbessert (nach -81,0 im Juni), was auf eine anhaltende Kluft zwischen schwachen aktuellen Bedingungen und deutlich optimistischeren Erwartungen hinweist.
Den vorläufigen Prognosen zufolge dürfte der Stimmungsindex für das Geschäftsumfeld in Deutschland erneut eine positive Entwicklung zeigen und im August die Marke von 30 Punkten erreichen.
Bekanntlich spiegelt dieser Indikator die Erwartungen mehrerer hundert Finanzanalysten hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung auf Sicht von sechs Monaten wider. Er gilt als ein führender Indikator des Konjunkturzyklus. Auch wenn der ZEW für die Europäische Zentralbank kein maßgeblicher Leitindikator ist, würde seine nachhaltige Verbesserung auf eine wirtschaftliche Erholung hindeuten und eine straffere Rhetorik der Notenbank erleichtern. Ein schwächeres Ergebnis (insbesondere vor dem Hintergrund einer derart gewagten, optimistischen Prognose) wäre ein negatives Signal für den Euro – vor allem dann, wenn es von einer Verschlechterung der Erwartungen für die Eurozone begleitet wird (im Juli ist dieser Subindex von 9,5 auf 23,4 Punkte gestiegen).
Am Freitag, den 21. August, werden die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMI) zur Geschäftstätigkeit in Deutschland, Frankreich und der Eurozone veröffentlicht. Dies ist einer der wichtigsten makroökonomischen Indikatoren für den Euro, da diese Indizes eine Einschätzung der Robustheit der wirtschaftlichen Erholung in der Eurozone ermöglichen. Im Juli stieg der zusammengesetzte PMI für die Region von 50,0 auf 52,0 Punkte und kehrte damit erstmals seit März wieder in die Expansionszone zurück. Besonders deutlich verbesserte sich die Lage in der Industrie: Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg auf 51,9 Punkte, wobei die Produktion das stärkste Wachstum seit März 2022 verzeichnete.
Nun müssen Marktteilnehmer einschätzen, ob die Verbesserung im Juli den Beginn einer nachhaltigen Erholung markiert hat oder lediglich vorübergehender Natur war. Ein zusammengesetzter PMI-Wert von über 50 Punkten signalisiert anhaltendes Wachstum der Geschäftstätigkeit. Den vorläufigen Prognosen zufolge dürften die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor in Deutschland und der Eurozone zwar leicht nachgeben, aber in der Expansionszone, also über der Schwelle von 50 Punkten, bleiben. Ein derartiges Ergebnis würde sich auch im zusammengesetzten PMI (sowohl für Deutschland als auch für die Eurozone) widerspiegeln.
Insgesamt gilt: Fällt die Veröffentlichung mindestens im Rahmen der Prognosen aus (von einem Ergebnis im „grünen Bereich“ ganz zu schweigen), erhält der Euro spürbare Unterstützung. Laut der jüngsten Reuters-Umfrage rechnen die meisten Volkswirte im September mit einer weiteren Zinserhöhung der EZB um 25 Basispunkte, sodass der Markt jegliche Anzeichen einer nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung als Argument für eine noch restriktivere Geldpolitik werten wird.
Gleichzeitig könnten schwache PMI-Daten Druck auf den Euro ausüben, insbesondere wenn sich die Verschlechterung gleichzeitig in Deutschland und Frankreich zeigt. Klar ist, dass die Europäische Zentralbank angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheit und hoher Energierisiken eine Situation vermeiden muss, in der eine Wachstumsabkühlung mit anhaltendem Inflationsdruck zusammenfällt.
Fed-Protokoll
Am Mittwoch, den 19. August, werden die Protokolle der Fed-Sitzung vom Juli veröffentlicht. Dies ist wohl das wichtigste (geplante) Ereignis der Woche für den US-Dollar.
Zur Erinnerung: Nach der Juli-Sitzung beließ die Notenbank den Leitzins auf dem bisherigen Niveau und setzte damit das am meisten erwartete Szenario um. Diese Entscheidung fiel jedoch keineswegs einstimmig aus: Drei Mitglieder des Ausschusses stimmten für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Vor diesem Hintergrund ist das Protokoll für EUR/USD-Händler von besonderem Interesse, da es ihnen ermöglicht einzuschätzen, wie groß das Lager der „Falken“ innerhalb der Fed ist und welche Faktoren das Kräfteverhältnis zugunsten einer weiteren Straffung der Geldpolitik verschieben könnten. Im Fokus stehen dabei die Einschätzungen der Inflationsrisiken, des Arbeitsmarktes sowie der Auswirkungen der anhaltenden geopolitischen und Energieschocks auf den Preisdruck.
Wichtig ist hier, dass die Marktteilnehmer das Fed-Protokoll vor dem Hintergrund der schwachen Daten zum Arbeitsmarkt und zur Inflation (PCE, CPI, PPI) betrachten werden, die nach der Juli-Sitzung veröffentlicht wurden. Zudem wurde Ende Juli ein enttäuschender BIP-Bericht für die USA vorgelegt, der eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in den Vereinigten Staaten bestätigte.
In diesem Zusammenhang könnte eine weichere Rhetorik der Ausschussmitglieder deutlich stärkeren Abwärtsdruck auf den US-Dollar ausüben, während ein tendenziell falkenhafter Ton Unterstützung bieten könnte. Die schwachen Makrodaten, die nach der Juli-Sitzung veröffentlicht wurden, werden den „taubenhafte“ Effekt des Protokolls zusätzlich verstärken, da der Markt die Position der Fed zum Zeitpunkt der Juli-Sitzung zwangsläufig mit der inzwischen veränderten wirtschaftlichen Lage vergleichen wird.
Technische Analyse
Aus technischer Sicht befindet sich das Währungspaar EUR/USD im 4-Stunden-Chart an der oberen Linie der Bollinger-Bänder sowie oberhalb aller Linien des Ichimoku-Indikators (einschließlich oberhalb der Kumo-Wolke), der ein bullisches Signal in Form einer „Parade der Linien“ ausgebildet hat. Im Tageschart hat das Paar die obere Begrenzung der Kumo-Wolke (1,1560) überwunden, sich jedoch noch nicht stabil darüber festgesetzt. Zudem liegt der Kurs im D1-Zeitrahmen zwischen der mittleren und der oberen Linie der Bollinger-Bänder und über der Tenkan-sen- und Kijun-sen-Linie.
Insgesamt deutet das aktuelle Bild auf eine Priorität von Long-Positionen bei südlichen, also abwärtsgerichteten, Korrekturen hin. Das erste Ziel für die Aufwärtsbewegung liegt bei 1,1570 (obere Linie der Bollinger-Bänder im H4-Zeitrahmen). Gelingt es den Käufern, dieses Ziel zu überwinden und sich darüber zu etablieren, rückt als nächstes Aufwärtsziel der Bereich um 1,1630 in den Fokus (obere Linie der Bollinger-Bänder im D1-Zeitrahmen).