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FX.co ★ EUR/USD: ADP- und JOLTS-Daten senden neue Warnsignale für den Dollar vor den NFP.

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Analysen:::2026-09-03T11:27:29

EUR/USD: ADP- und JOLTS-Daten senden neue Warnsignale für den Dollar vor den NFP.

In den US-Makrodaten hat eine „schwarze Phase“ begonnen – oder, genauer gesagt, eine „rote Phase“. Die wichtigsten Veröffentlichungen der letzten drei Tage haben enttäuscht und negative Tendenzen aufgezeigt. Der gestrige ADP-Bericht setzte einen weiteren besorgniserregenden Pinselstrich in das Bild eines sich allmählich abkühlenden US-Arbeitsmarktes.

EUR/USD: ADP- und JOLTS-Daten senden neue Warnsignale für den Dollar vor den NFP.

Den Daten zufolge hat der Privatsektor im August nur 38.000 Stellen geschaffen, gegenüber einem ohnehin schwachen Konsens von 47.000. Die Zahl für Juli wurde leicht nach oben revidiert (von 44.000 auf 46.000), doch diese Anpassung ändert nichts am Gesamtbild: Der Stellenzuwachs im August war der geringste seit Januar. Der Einstellungsimpuls im Frühjahr scheint an Schwung verloren zu haben. Der ADP-Bericht zeigt nun bereits den dritten Monat in Folge eine (deutlich) nachlassende Dynamik.

Die Schwäche der August-Zahlen ist besonders in der Zusammensetzung erkennbar. Der Güter produzierende Sektor – verarbeitendes Gewerbe und Bergbau, Baugewerbe und Landwirtschaft – baute 10.000 Stellen ab: Die Industrie verlor 17.000 Stellen, der Bergbau weitere 5.000. Der einzige positive Beitrag in dieser Gruppe kam vom Baugewerbe (+12.000).

Die Dienstleistungsbranche sah mit +48.000 Stellen besser aus, aber diese Überschrift verdeckt ein unausgewogenes Bild. Fast der gesamte Zuwachs entfiel auf Bildung und Gesundheitswesen (+45.000) sowie Gastgewerbe (+16.000). Dagegen strichen die Bereiche „Professional and business services“ 16.000 Stellen; Handel, Transport und Versorger verloren 5.000; und der Informationssektor baute 4.000 Stellen ab.

Kurz gesagt: Das Problem ist nicht nur eine schwache Gesamtzahl. Das Problem ist, dass die Triebkräfte der Beschäftigung immer schmaler werden. Praktisch der gesamte Anstieg im Privatsektor wurde von Bildung und Gesundheitswesen getragen, während zyklische Sektoren weiter Stellen abbauen.

Auffällig ist auch die Aufschlüsselung nach Unternehmensgröße. Kleine Unternehmen schufen nur 3.000 Stellen, mittlere gar keine, während große Arbeitgeber 34.000 Stellen hinzufügten. Nahezu 90 % des Beschäftigungszuwachses im August entfielen damit auf Unternehmen mit 500 oder mehr Beschäftigten – kaum ein Zeichen für eine breit abgestützte, mehrschichtige und nachhaltige Einstellungsdynamik.

Hinzu kommt: Auch die Lohnentwicklung enttäuschte. Die Kernlöhne stiegen im Jahresvergleich nur um 3,2 %, und für Beschäftigte, die ihren Job nicht wechselten, betrug der Zuwachs 3,0 %. Für diejenigen, die den Arbeitgeber wechselten, lag die Rate bei 4,7 %. Das jährliche Lohnwachstum für Jobwechsler verlangsamte sich auf 7,3 % nach 7,5 % im Vormonat.

All dies deutet auf einen Arbeitsmarkt hin, der sowohl eine schwache Einstellungsdynamik als auch nachlassenden Lohndruck zeigt.

Natürlich sollte man ADP nicht mechanisch auf die offiziellen Non-farm Payrolls (NFP) für August übertragen. Die beiden Berichte basieren auf unterschiedlichen Methoden, und ADP erfasst nur den Privatsektor. Zwar ist die langfristige Korrelation zwischen beiden Reihen hoch (rund 94–95 %), doch die Abweichungen von Monat zu Monat können erheblich sein. Ein schwacher ADP-Bericht ist daher keine Garantie für schwache NFP.

Im aktuellen Umfeld ist das Signal von ADP dennoch besorgniserregend, insbesondere im Zusammenspiel mit weiteren Anzeichen einer Abschwächung am Arbeitsmarkt.

Am Vortag zeichnete der JOLTS-Bericht ein gemischtes Bild, das den Dollar ebenfalls belastete. Die Zahl der offenen Stellen stieg im Juli um 89.000 auf 7,271 Millionen, aber die Juni-Werte wurden deutlich um 177.000 auf 7,182 Millionen nach unten revidiert. Die Neueinstellungen gingen um rund 278.000 auf 5,054 Millionen zurück, und die Einstellungsrate fiel von 3,4 % auf 3,2 %. Entlassungen nahmen zwar von 1,785 Millionen auf 1,666 Millionen ab, was oberflächlich betrachtet konstruktiv wirkt. Im Zusammenspiel mit anderen Indikatoren deuten die JOLTS-Daten jedoch auf einen Arbeitsmarkt hin, in dem Unternehmen zwar ungern entlassen, aber ebenso wenig bereit sind, aggressiv einzustellen: das klassische „low-hire, low-fire“-Szenario, das eher Stagnation als Beschleunigung signalisiert.

Unterm Strich erzählen ADP und JOLTS die gleiche Geschichte: US-Unternehmen weiten ihre Belegschaften nicht zügig aus, und die Schwäche zeigt sich vor allem in langsameren Einstellungen, nicht in einer Entlassungswelle. Diese Nuance ist wichtig.

Der „rote Unterton“ von ADP und JOLTS im Vorfeld der NFP-Zahlen am Freitag verheißt für den Dollar nichts Gutes – zumal die Konsenserwartungen ohnehin moderat sind (Konsensprognosen sehen 58.000 neue Stellen nach einem Rückgang um 23.000 im Vormonat). Die Kombination aus schwachem ADP, rückläufigen Einstellungsraten laut JOLTS und der Verschlechterung in zyklischen Sektoren erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die offiziellen Zahlen enttäuschen werden.

Fallen die NFP-Zahlen tatsächlich schwach aus, verschiebt sich das Risikogleichgewicht für die Fed deutlich in Richtung eines abkühlenden Arbeitsmarktes und einer sich verlangsamenden Konjunktur. Das ist relevant im Hinblick auf die Position von Kevin Warsh nach Jackson Hole. Einerseits betonte Warsh anhaltende Inflationsrisiken und die mögliche Notwendigkeit weiterer Straffungen. Andererseits hob er wiederholt hervor, dass künftige Entscheidungen datenabhängig sein werden.

Deshalb kann ein weicherer Arbeitsmarkt als Gegengewicht zu erhöhter Inflation wirken. Bestätigt der Bericht am Freitag eine anhaltende Verlangsamung bei den Einstellungen, haben Marktteilnehmer Grund, zusätzliche Straffungsschritte in Zweifel zu ziehen. Selbst bei fortbestehendem Inflationsdruck muss die Fed ihr Doppelmandat abwägen – und schwächere NFP wären negativ für den Dollar. Je schwächer die NFP-Zahlen ausfallen, desto stärker dürfte der Markt mit einer vorsichtigeren Fed rechnen.

Daher hat EUR/USD aus meiner Sicht weiterhin Aufwärtspotenzial – zumindest in den Bereich von 1,1610–1,1650 (das mittlere Bollinger-Band/Tenkan-sen auf D1). Die Verkäufer konnten den Kurs nicht unter 1,1580 drücken (unteres Bollinger-Band im 4-Stunden-Chart), und die Käufer haben die Initiative übernommen. Sollte NFP deutlich unter den Erwartungen liegen, könnte EUR/USD nach oben ausbrechen und die 1,17er-Marke erneut testen – doch das wäre eine andere Geschichte.

Analyst InstaForex
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